Bundestagsabgeordnete informierten sich über Entwicklungsarbeiten zu Speichertechnologien am Fraunhofer ISIT

Presseinformation / 12.7.2018

Am 11.07.18 besuchte die Landesgruppe der CDU-Bundestagsabgeordneten im Rahmen ihrer Sommerreise das Fraunhofer ISIT. Mark Helfrich, MdB für den Kreis Steinburg, hatte eingeladen. Neben den allgemeinen ISIT-Aktivitäten waren für die Gäste vor allem die Forschungsarbeiten des Instituts zu dem Thema Speichertechnologien für die Energiewende und die Elektromobilität von besonderem Interesse.

Prof. Ralf Dudde (2. v.l.) erläutert die Forschungsarbeiten des Fraunhofer ISIT im Reinraum

Die Landesgruppe der CDU-Bundestagsabgeordneten sowie Vertreter des Fraunhofer ISIT bei der Firma CCI am High-Tech-Standort Itzehoe

Dr. Andreas Würsig, Leiter der ISIT-Arbeitsgruppe Batteriesysteme für Spezialanwendungen,  präsentierte Forschungsaktivitäten zur Entwicklung von Lithium-Akkumulatoren für Elektrofahrzeuge und für die Speicherung erneuerbarer Energien. Die Gruppe beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dieser Thematik. Je nach Einsatzgebiet gibt es sehr unterschiedliche Anforderungen an die Speicher, beispielsweise eine besonders hohe Energiedichte für eine große Reichweite bei Elektrofahrzeugen oder eine hohe Leistungsdichte um Akkumulatoren schnell laden und entladen zu können. Letzteres ist bei der Speicherung von Windenergie zur Netzstabilisierung von besonderem Interesse.

„Die Lithium-Ionen-Technologie bietet eine hohe Flexibilität, die es ermöglicht den Speicher an die verschiedenen Einsatzbedingungen anzupassen. Darüber hinaus besitzt sie noch ein großes Entwicklungspotenzial, um durch neue Materialien und Fertigungstechniken den vielfältigen Anforderungen neuer Einsatzgebiete gerecht zu werden“, so Würsig.

Darüber hinaus erforscht das Fraunhofer ISIT die Energiespeicher der nächsten Generation, wie z.B. die Lithium-Schwefel-Batterie, die in Zukunft eine deutliche Steigerung der Energiedichte bei gleichzeitig erheblicher Kostenreduktion erwarten lassen.

Institutsleiter Dr. Axel Müller-Groeling stellte in seinem Vortrag den Gästen weitere Aktivitäten des Fraunhofer ISIT vor, die für die Energiewende von großer Bedeutung sind.

So hat sich die Leistungselektronik, eines der zentralen Forschungsthemen am Fraunhofer ISIT, zu einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts entwickelt. Sie garantiert Energieeffizienz – von der Erzeugung bis hin zum Verbraucher – und ist somit der entscheidende Hebel zur Energieeinsparung durch bedarfsgerechten Energieverbrauch und bei der Nutzung regenerativer Energien geworden.

Den Wissenschaftlern am Fraunhofer ISIT ist es gelungen durch die Entwicklung moderner Halbleiterbauelemente der Leistungselektronik, den Wirkungsgrad, die Leistungsdichte und die Zuverlässigkeit von einzelnen Bauelementen als auch von Systemen, wie etwa Umrichtern für Windenergieanlagen, deutlich zu erhöhen.

Parallel zur Entwicklung von anwendungsspezifischen Bauelementen auf Siliziumbasis hat das Fraunhofer  ISIT Gallium-Nitrid (GaN) als neue Materialbasis für innovative Leistungshalbleiterbauelemente eingeführt. GaN bietet gegenüber dem Silizium eine Reihe von Vorteilen für die Herstellung von Leistungsbauelementen und ermöglicht erheblich kleinere Bauelemente mit hervorragenden elektrischen Eigenschaften.

Das Bundesforschungsministerium fördert diese Entwicklungsarbeiten in Itzehoe mit 19,3 Millionen Euro im Rahmen des bundesweiten Investitionsprogramms »Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland« (FMD).

Das ISIT ist ebenfalls Mit-Initiator des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Großprojektes NEW 4.0, der Norddeutschen Energiewende 4.0. Rund 50 Partner aus der Region und überregionale Partner verknüpfen in einem Praxisgroßtest Schleswig-Holstein mit seinen leistungsstarken Windenergie-Erzeugungszentren und Hamburg mit seinen großen Energie-Verbrauchszentren zu einer Energie-Gesamtregion. NEW 4.0 zeigt als „Schaufenster“ auf, das eine Region mit 4,5 Millionen Einwohnern bereits ab 2035 sicher und zuverlässig zu 100 Prozent mit regenerativer Energie versorgt werden kann. Hier sind vor allem die Wissenschaftler in der ISIT-Außenstelle in Hamburg aktiv. Sie erforschen bei der Anwendung von Speicherprojekten, wie die Flexibilität für die Systemstabilität genutzt werden kann, wie über neuartige Regelverfahren wichtige systemstabilisierende Dienstleistungen erbracht werden können und sie unterstützten die Gesamtsystemsimulation.

Zum Abschluss des Besuches besichtigten die Bundestagsabgeordneten die Firma CCI, einen erfolgreichen Hersteller und Entwickler von Lithium Akkus für Spezialanwendungen. Das Unternehmen hatte sich vor einigen Jahren aus dem Fraunhofer ISIT ausgegründet und sich am High-Tech-Standort Itzehoe angesiedelt.

Die Bundestagsabgeordneten zeigten sich von den vielfältigen Aktivitäten rund um die Themen Speichertechnologien und Energiewende beeindruckt und sahen  Hightech Itzehoe als hervorragenden Standort für weitere zukünftige Projekte der  Fraunhofer-Gesellschaft.