Eine Ausbildung zum Mikrotechnologen - Ein Interview mit Artur Kornilov

Kannst du dich bitte einmal kurz vorstellen und sagen was du am Fraunhofer ISIT machst?

Ich bin Artur Kornilov, 23 Jahre alt und komme aus Itzehoe.

Im Juni dieses Jahres habe ich meine dreijährige Ausbildung zum Mikrotechnologen am Fraunhofer ISIT erfolgreich abgeschlossen. Seitdem arbeite ich hier als technischer Mitarbeiter. Zu meinen Aufgaben gehören die Mitarbeit an verschiedenen Projekten, die Betreuung unterschiedlicher Anlagen, die Einführung neuer Prozesstechniken sowie der Aufbau von Prototypen.

Wie kam es zu deiner Entscheidung für die Ausbildung zum Mikrotechnologen?

Das erste Mal auf die Ausbildung aufmerksam bin ich durch einen Ausbildungsflyer an meiner Schule aufmerksam geworden. Das Angebot fand ich direkt spannend, denn heutzutage besitzt fast jeder ein technisches Gerät, das auf Mikrotechnologie basiert. Trotzdem wissen nur wenige, was genau hinter diesen Technologien steckt und wie sie funktionieren und das obwohl wir sie täglich nutzen.

Während meines Abiturs hatte ich bereits den Schwerpunkt Informationstechnik und habe mich mit Programmierung und Software beschäftigt. Deshalb fand ich es besonders interessant, auch die andere Seite kennenzulernen und mehr darüber zu erfahren, wie die technischen Komponenten entstehen, die unsere digitalen Geräte überhaupt erst möglich machen.

Warum hast du dich gerade für die Ausbildung am Fraunhofer ISIT entschieden?

Nachdem ich durch den Ausbildungsflyer auf die Ausbildung aufmerksam geworden bin, habe ich mir zunächst die Website des Fraunhofer ISIT angeschaut, um mich weiter zu informieren. Die Einblicke und Informationen, die ich dort gefunden habe, wirkten auf mich direkt sehr interessant. Neben dem spannenden Ausbildungsangebot war auch die räumliche Nähe ein ausschlaggebender Punkt für mich. Diese Kombination hat mich letztendlich davon überzeugt, meine Ausbildung am ISIT zu machen.

Wie hast du den Bewerbungsprozess erlebt und wie ist er aus deiner Sicht abgelaufen?

Der Bewerbungsprozess war sehr unkompliziert. Ich habe mich zunächst einfach schriftlich online beworben und wurde anschließend zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Dabei wurden mir sowohl Fragen zu meiner Person als auch zu meinem schulischen Hintergrund bezüglich des technischen Aspektes gestellt.

Im Rahmen des Gesprächs wurde mir außerdem das Institut gezeigt, einschließlich der Labore und des Reinraums. Anschließend hatte ich die Möglichkeit, einen Tag lang zur Probe zu arbeiten und so einen ersten praktischen Einblick in den Arbeitsalltag zu bekommen.

Kannst du uns einen Einblick geben wie deine Erfahrung während der Ausbildung war?

Der Start war zunächst sehr ruhig, da ich meine Ausbildung noch im August begonnen habe, nicht wie jetzt im September. Trotzdem war die Betreuung von Anfang an sehr gut und ich durfte direkt praktische Erfahrungen sammeln. So habe ich beispielsweise das Handlöten an einer Trainingsplatine gelernt und diese anschließend selbstständig wieder auseinandergebaut und analysiert.

Mit der Zeit wurden die Aufgaben immer vielfältiger. Durch kleinere Aufgaben konnte ich nach und nach verschiedene Arbeitsbereiche und Labore kennenlernen und so einen immer besseren Einblick in die Arbeit des Instituts gewinnen.

Die Berufsschule findet im Blockunterricht statt. Dabei wechseln sich dreiwöchige Schulphasen mit den praktischen Phasen am Institut ab. In der Berufsschule lernt man viele theoretische Grundlagen, die man für die praktische Arbeit benötigt. Allerdings kann nicht alles abgedeckt werden – insbesondere am ISIT, da wir an einem Forschungsinstitut arbeiten, an dem sich Technologien und Themen schnell weiterentwickeln. Deshalb habe ich mir bereits einiges zusätzlich selbstständig angelesen und beigebracht.

Das Lernniveau in der Berufsschule empfinde ich als angenehm und es wird darauf geachtet, dass alle mitkommen und die Inhalte gut verstehen können.. 

Mittlerweile hast du ja, wie bereits angeschnitten, deine Ausbildung beendet und arbeitest in Vollzeit am ISIT.

Kannst du uns erzählen wie der Übernahmeprozess ablief?

Der Prozess lief sehr einfach ab. In meinem jährlichen Mitarbeitergespräch habe ich angemerkt, dass ich gerne bleiben würde nach der Ausbildung. Der weitere interne Prozess lief dann für mich eher im Hintergrund. Mein Ausbildungsbetreuer hat sich darum gekümmert, dass der Vertrag angefertigt wurde und den musste ich dann nur unterschreiben. Danach ging dann alles normal weiter.

Würdest du uns einen Einblick geben in deine Aufgaben, sowohl während der Ausbildung als auch jetzt nach der Übernahme?

Meine Aufgaben wurden im Laufe der Ausbildung zunehmend vielfältiger und komplexer. Zu Beginn habe ich gelernt, verschiedene Anlagen zu bedienen und beispielsweise das Handlöten zu beherrschen. Mit der Zeit konnte ich immer selbstständiger arbeiten und zunehmend mitentscheiden, welche Aufgaben ich übernehme.

Zu meinen Tätigkeiten gehörten vor allem Lötarbeiten sowie verschiedene Analysen, beispielsweise Schadensanalysen an Anlagen. Außerdem habe ich Versuche durchgeführt, dokumentiert und ausgewertet. Ein weiteres spannendes Aufgabenfeld war die Arbeit an einer Laseranlage, bei der ich an der Einführung eines neuen Prozesses zum Verschweißen und Bearbeiten von Materialien mit dem Laser beteiligt war.

Meine heutigen Aufgaben unterscheiden sich kaum von denen, die ich gegen Ende meiner Ausbildung übernommen habe. Bereits damals durfte ich sehr selbstständig arbeiten und war für bestimmte Aufgabenbereiche eigenverantwortlich zuständig. Dadurch konnte ich mich frühzeitig auf meine heutigen Tätigkeiten vorbereiten.

Was gefällt dir persönlich besonders gut am Fraunhofer ISIT und wie erlebst du es als Arbeitgeber?

Besonders gut gefällt mir zunächst die Arbeit selbst. Wenn man eigene Projekte hat und merkt, dass man diese voranbringt und aktiv mitgestaltet, ist das sehr motivierend. Mir macht es außerdem Spaß, mich in wissenschaftliche Themen einzuarbeiten, Zusammenhänge zu verstehen und sich intensiver mit den Hintergründen auseinanderzusetzen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind für mich die Menschen hier. Ich empfinde das Team und die Abteilungen als sehr offen und familiär. Jeder wird mitgenommen und man fühlt sich gut aufgehoben. Insgesamt herrscht dadurch eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre. Ich habe das Gefühl, dass viel Wert auf einen offenen Umgang gelegt wird und man als Mitarbeiter die Möglichkeit hat, sich einzubringen und das ISIT aktiv mitzugestalten. Gerade diese Offenheit finde ich besonders schön.

Auch die Betreuung während meiner Ausbildung habe ich als sehr positiv wahrgenommen. Bei Fragen habe ich immer schnell Unterstützung bekommen und hatte jederzeit das Gefühl, mich an jemanden wenden zu können. Ebenso in der Phase meiner Abschlussarbeit, da wurde ich sowohl bei der Vorbereitung und Themenfindung unterstützt, wie auch während der anschließenden Bearbeitung wurde ich begleitet.

Auch bei praktischen Herausforderungen, beispielsweise im Umgang mit den Anlagen, konnte ich auf die Unterstützung meiner Kolleg*innen zählen. Dadurch habe ich mich während der gesamten Ausbildung gut aufgehoben und betreut gefühlt.

Was wären deine Tipps für alle die sich ebenfalls für die Ausbildung zum Mikrotechnologen interessieren?

Man sollte auf jeden Fall lernbereit und neugierig sein. Da das ISIT ein Forschungsinstitut ist, beschäftigen wir uns häufig mit neuen Technologien und Verfahren, die es in dieser Form vielleicht noch gar nicht in der Industrie gibt. Deshalb ist es wichtig, Dinge zu hinterfragen und die Hintergründe verstehen zu wollen.

Außerdem sollte man Interesse an wissenschaftlichen Themen und vor allem viel Geduld mitbringen. Bei Versuchen läuft nicht immer alles so, wie man es sich vorstellt. Manchmal übersieht man bestimmte Aspekte, sodass man Versuche neu planen, Berechnungen anpassen und erneut durchführen muss. Das kann sich durchaus über einen längeren Zeitraum erstrecken. Auch wenn etwas über längere Zeit nicht funktioniert, sollte man nicht die Motivation verlieren. Ein gewisses Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern ist daher ebenfalls eine wichtige Voraussetzung.

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