Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki informierte sich am Fraunhofer ISIT über Forschungsarbeiten, die die Welt der Mikroelektronik nachhaltig verändern werden

Presseinformation / 24. August 2020

Am 21.08.2020 besuchte der Bundestagsvizepräsident und Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki im Rahmen seiner Reise durch den Kreis Steinburg das Fraunhofer ISIT. Er kam auf Einladung des FDP-Kreisverbandes Steinburg. Neben den allgemeinen ISIT-Aktivitäten waren für die Gäste vor allem zwei Forschungsgebiete des ISIT von Interesse. Beide haben das Potential, die Welt der Mikroelektronik nachhaltig zu verändern.

Nach einer kurzen Vorstellung des Institutes von ISIT-Leiter Prof. Axel Müller Groeling präsentierte Dr. Simon Fichtner seine Arbeiten zu Aluminium-Scandium-Nitrid und erläuterte die Bedeutung des Materials für intelligente Mikroelektronik. Aluminium-Scandium-Nitrid und andere Piezomaterialien wandeln elektrische Signale in Bewegung und andererseits erzeugen sie elektrische Impulse, wenn sie verformt werden. Deswegen sind diese Materialien als Antriebe und für sensorische Aufgaben in Mikrosystemen sehr interessant. Bei seinen Forschungsarbeiten entdeckte er eine in diesem Material noch nie zuvor beobachtete Eigenschaft – die sogenannte Ferroelektrizität. Ferroelektrizität verleiht dem AlScN eine Art Gedächtnis. Dieses Gedächtnis hat das Potential eine Sprunginnovation in der Mikroelektronik auszulösen, z.B. durch Intelligente Computer für autonomes Fahren.

Dr. Björn Gojdka präsentierte den Gästen eine am ISIT entwickelte und patentierte Technologie für die Entwicklung und Fertigung dreidimensionaler Mikrostrukturen. Derzeit ist die Auswahl an Materialien zur Herstellung von Mikrosystemen begrenzt, zudem sind sie häufig nur als dünne Schichten verfügbar. Hier setzt das am ISIT entwickelte neue Verfahren an. Aus Pulvermaterialien können hochpräzise dreidimensionale Mikrostrukturen aus verschiedensten, bisher nicht integrierbaren, Funktionsmaterialien hergestellt werden.

Diese Mikrokomponenten mit spezifischen magnetischen, optischen oder chemischen Eigenschaften ermöglichen Mikrosysteme der nächsten Generation mit verbesserten oder gänzlich neuen Funktionen.

Ohne den Einsatz von Mikrosystemen wären große Bereiche moderner Alltagstechnologie nicht realisierbar. Sie finden Verwendung unter anderem in der Sicherheits-, Medizin- und Automobiltechnik, in den Biowissenschaften oder in der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Entsprechend vielzählige Anwendungen sind im Fokus von Dr. Gojdkas Arbeitsgruppe, von der Diagnose von Krankheiten über leistungsfähigere Mikroelektronik bis hin zu neuartigen Sensoren.

Die Besucher um Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki zeigten sich von den innovativen Forschungsarbeiten des Fraunhofer ISIT beeindruckt, Arbeiten die die Welt der Mikroelektronik nachhaltig verändern werden.

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