Ein Interview mit Joana Zöllmer

Freiwilliges Jahr in Wissenschaft, Technik und Nachhaltigkeit - alles, was man dafür wissen muss

20. Februar 2020

Frauen sind in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) unterrepräsentiert – und das, obwohl die Arbeitsmarktchancen prima sind. MINT- Ausbildungsberufe und Studiengänge eröffnen eine Vielzahl an beruflichen Perspektiven, hervorragende Karrierechancen und gute Verdienstmöglichkeiten. Und kluge Frauen werden gebraucht. Zum Anlass des Aktionstages »Mädchen für MINT«, die vom Beratungsnetzwerk FRAU & BERUF am Fraunhofer ISIT organisiert wird, führten wir ein Interview mit Joana Zöllmer, die beim ISIT ein Freiwilliges Jahr macht.

Was begeistert dich am Modell FJN - Freiwilliges Jahr in Wissenschaft, Technik und Nachhaltigkeit?

Mich begeistert an dem Konzept vor allem, dass es ein Freiwilliges Jahr in Wissenschaft, Technik und Nachhaltigkeit ist, das jungen Menschen ermöglicht, Freiwilligendienst zu leisten und einen Einblick in den naturwissenschaftlichen Bereich zu bekommen.

Warum hast du dich dafür entschieden?

Ich habe mich für dieses Programm entschieden, da ich schon einmal einen Einblick in die Forschung vor einem möglichen Studium im naturwissenschaftlichen Bereich bekommen wollte. Außerdem hilft mir das Jahr bei der Orientierung und Entscheidung für das richtige Studium in diesem Bereich.

Wie kann man sich den Alltag im Leben eines FJNler vorstellen?

Das kann man so nicht pauschalisieren, da wir ca. 50 FJNler in ganz Deutschland in den unterschiedlichsten Einsatzstellen untergebracht sind und deshalb natürlich alle einen unterschiedlichen Alltag haben. Am ISIT ist die Arbeit sehr abwechslungsreich, da meine Arbeit die Tätigkeiten im Chemielabor, sowie in der Pilotlinie zur Herstellung von Akkus und die Einführung in den gesamten Bereich der Abteilung Batteriesysteme für Spezialanwendungen beinhaltet.

Warum hast du dich für Fraunhofer und speziell für das Fraunhofer ISIT als Einsatzstelle entschieden?

Ich habe mich für das Fraunhofer ISIT entschieden, da mich das Forschungsgebiet Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik sehr interessiert. Überwiegend eingesetzt bin ich allerdings in der Forschungsgruppe Batteriesysteme für Spezialanwendungen, die sich mit der Weiterentwicklung von Lithiumionenakkumulatoren und anderen neuen Systemen beschäftigt. Weil ich mich außerhalb der Schule noch nicht intensiv mit Akkus beschäftigte, war ich sehr interessiert und gespannt was ich alles Neues dazulernen könnte. Außerdem komme ich aus der Nähe von Itzehoe, weshalb das ISIT für mich mit dem Auto gut zu erreichen ist.

Wie lief der Bewerbungsprozess am ISIT ab?

Normalerweise werden die Einsatzstellen befragt, ob Sie bereit sind, FJNler zu beschäftigen. Die Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) vermittelt dann gegebenenfalls Jugendliche an die verschiedenen Einsatzstellen.
Das ISIT hatte die Stellenausschreibungen noch zusätzlich auf ihrer Internetseite mit aufgenommen. Aus diesem Grund habe ich mich direkt beim Fraunhofer ISIT beworben und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Mit dem Fraunhofer ISIT war es wirklich leicht, in Kontakt zu treten!

Welche Tipps gibst du künftigen FJNlern und solchen, die es werden wollen, mit auf die Hand? 

Zukünftige FJNler sollten sich die verschiedenen Einsatzstellenbeschreibungen genau anschauen und sich bei den Einsatzstellen bewerben, die sie am meisten auf ihr Studium oder die gewünschte Ausbildung vorbereiten. Dieses ist eine sehr gute Gelegenheit, Einblicke in Prozesse zu erlangen, die einem sonst eher verborgen bleiben.