Lebensmittelverschwendung durch ungenaue Haltbarkeitsdaten reduzieren
Fleisch und Fisch sind wichtige Lebensmittel und zugleich bedeutende Wirtschaftsfaktoren in der deutsch-dänischen Grenzregion. Ihre Produktion und Verarbeitung sind jedoch mit hohen Umweltbelastungen verbunden. Gleichzeitig werden große Mengen an Fleisch und Fisch entsorgt, obwohl die Produkte noch zum Verzehr geeignet sein können.
Ein Grund dafür sind die heutigen Verfahren zur Bestimmung der Haltbarkeit. Das Mindesthaltbarkeitsdatum basiert auf statistischen Schätzungen und Sicherheitsmargen. So wird beispielsweise für Schweineteilstücke bei 5 °C eine Haltbarkeit von 8 ± 3 Tagen angenommen. Um das Risiko verdorbener Produkte zu minimieren, kann das angegebene Haltbarkeitsdatum entsprechend kürzer ausfallen.
Für Schleswig-Holstein, Süddänemark und Seeland wird dadurch ein erhebliches Potenzial zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen gesehen. Schätzungen zufolge könnten jährlich rund 48.000 Tonnen Fleisch und Fisch betroffen sein.
Heute bleibt Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums vor allem die sensorische Beurteilung durch Menschen. Bestehen Zweifel an der Frische, wird die Ware häufig aussortiert.
PRECISE setzt hier an: Ziel ist eine objektive und zuverlässige Messung der Frische von Fleisch und Fisch, um die tatsächliche Haltbarkeit besser bestimmen und unnötige Lebensmittelabfälle vermeiden zu können.
Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie