2. Organisationsstruktur & Rollenverteilung
ISIT@CAU ist als eng integrierte Forschungsplattform strukturiert, in der das Fraunhofer ISIT und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsame Forschungsaktivitäten koordinieren und wissenschaftlich begleiten.
Prof. Dr. Marco Liserre nimmt dabei eine zentrale Rolle ein: Er ist sowohl Professor für Leistungselektronik an der CAU als auch kommissarischer Institutsleiter und Geschäftsfeldleiter am Fraunhofer ISIT. Er ist insbesondere für die strategische Weiterentwicklung der Forschungsbereiche der Leistungselektronik verantwortlich.
Prof. Dr. Fabian Lofink, stellvertretender Institutsleiter und Geschäftsfeldleiter, ist eine weitere Schlüsselfigur innerhalb der Struktur und verantwortet insbesondere den Bereich MEMS- und Mikrosystemtechnik am Fraunhofer ISIT. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung hochpräziser mikroelektromechanischer Systeme für Sensoren und Aktoren sowie deren Anwendungen in Industrie, Medizintechnik und Energietechnik.
Die Organisationsstruktur basiert auf gemeinsamen Forschungsgruppen, abgestimmten wissenschaftlichen Schwerpunkten sowie engen institutionellen Verbindungen zwischen den Lehrstühlen der CAU und den Forschungsabteilungen des Fraunhofer ISIT.
Dr. Marius Langwasser arbeitet als Leiter des Geschäftsbereichs „Batteriesysteme & Netzintegration / FAB-SH“ am Fraunhofer ISIT sowie als Senior Post-Doc und Gruppenleiter „Hybrid Grids“ an der Kiel University. Am ISIT verantwortet er Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich hybrider AC/DC-Netze, Batteriesysteme und zukünftiger Energieverteilungsstrukturen sowie die Entwicklung innovativer Hochleistungs-Batteriezelltechnologien. Seine Forschung konzentriert sich insbesondere auf die Integration von Energiesystemen (einschließlich erneuerbarer Energien, Batteriesystemen, Wasserstoffanlagen, Rechenzentren und Ladeinfrastruktur) sowie auf Mittelspannungs-Gleichstromnetze (MVDC), mit besonderem Fokus auf Regelung und Stabilität, die insbesondere mittels Power Hardware in the Loop (PHiL) untersucht werden.
Dr. Davide D’Amato leitet die Gruppe „Batteryiesysteme und Integration“ innerhalb des Geschäftsbereichs „Batteriesysteme & Netzintegration / FAB-SH“ am Fraunhofer ISIT. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung von Energiesystemen und deren Netzintegration mit Schwerpunkt auf mittelspannungsbasierten leistungselektronischen Systemen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Kopplung von Batteriesystemen mit Leistungselektronik (insbesondere unter Einsatz modularer Multilevel-Umrichter – MMC), der Optimierung von Speicherarchitekturen sowie deren Beitrag zur Stabilität und Flexibilität moderner Energieinfrastrukturen.
Yoann Pascal, PhD, leitet die Gruppe „Stromrichter“ im Geschäftsbereich Leistungselektronik am Fraunhofer ISIT unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Marco Liserre. Die Gruppe konzentriert sich auf Leistungskonverter mit hoher Kompaktheit, Effizienz und Verfügbarkeit unter Einsatz von Schlüsseltechnologien wie Hochleistungs-Planarmagnetik, integrierten Multiport-Konvertern sowie digitalen Ansätzen (Digital Twin, Data Fusion, KI usw.).
3. Forschungsfelder
ISIT@CAU bündelt zentrale Zukunftsfelder der Mikroelektronik und Energiesystemtechnik:
- Leistungselektronik als Kerntechnologie für effiziente Energieumwandlung und stabile Stromnetze
- Energiesysteme (EES) mit Fokus auf Elektrifizierung, Energiespeicher und nachhaltige Netzstrukturen
- Mikroelektronik und MEMS-Sensorik für Anwendungen in Medizintechnik, Industrieautomation und Energietechnik
Die Forschung ist bewusst interdisziplinär angelegt und verbindet Materialwissenschaften, Elektrotechnik, Systemtheorie und Halbleitertechnologie.
4. Infrastruktur & gemeinsame Forschungsbasis
Die Zusammenarbeit basiert auf einer gemeinsamen Forschungsinfrastruktur, die universitäre und außeruniversitäre Forschung integriert.
Ein zentraler Bestandteil ist das Kiel Nano Laboratory sowie weitere spezialisierte Labor- und Entwicklungsumgebungen für Mikro- und Nanosystemtechnik. Diese Infrastruktur ermöglicht eine durchgängige Entwicklung, von der Materialforschung bis hin zur anwendungsorientierten Systemintegration.
Darüber hinaus werden die Leistungselektronik-Labore der Kiel University gemeinsam durch das ISIT genutzt. Dadurch werden die Forschungsstrukturen zwischen CAU und ISIT systematisch miteinander verknüpft, um eine kontinuierliche Innovationskette zu ermöglichen.
5. Transfer, Sichtbarkeit & internationale Einordnung
ISIT@CAU ist stark auf wissenschaftlichen und industriellen Transfer ausgerichtet. Die Kooperation ist bewusst darauf ausgelegt, Forschungsergebnisse schnell in industrielle Anwendungen zu überführen und gleichzeitig internationale Sichtbarkeit zu erzeugen.
Dies erfolgt insbesondere durch:
- Publikationen in hochrangigen internationalen Fachjournalen
- Beiträge auf internationalen Konferenzen im Bereich Leistungselektronik, Energiesysteme und MEMS
- enge Industriekontakte und gemeinsame Drittmittelprojekte
- aktive Einbindung in europäische Forschungsprogramme und Konsortien
Ein zentraler Fokus liegt auf der Entwicklung von Schlüsseltechnologien für Energiewende, Elektromobilität, Medizintechnik und digitale Infrastrukturen.